Wir schreiben das Jahr 2050, in den endlichen Weiten des Stuttgarter Raums: Seilbahnen durchqueren die Lüfte, in den Fußgängerzonen steigen Menschen in die selbstfahrenden Hop-on/off Busse, die überall halten und alle zehn Minuten zirkulieren. Ein junger Mann sitzt im Straßencafé und ordert über eine App seinen Car-to-go, der ihn in 5 Minuten abholen wird. Das selbstlernende Parkleitsystem verteilt die parkenden Autos platzsparend auf die freien Plätze. Im selbstfahrenden Auto liest ein Mann seine Mails. Vereinzelt zieht eine Drohne oder ein Premium-Lufttaxi am Horizont vorbei. So könnte die Stadt der Zukunft aussehen. Alles noch ganz weit weg? Mitnichten! Die Zukunft hat begonnen. Die Zukunftsforscherin Prof. Dr. Marianne Rees von der Daimler AG zeigt uns in ihrem Vortrag in der Filderhalle in L.-E., dass die Forscher, Techniker und Entwickler die Zukunftsplattform betreten haben – und das nicht nur im gedanklich grenzensprengenden Silicon Valley in Kalifornien.
Autos stehen 90 Prozent der Zeit. Ist das sinnvoll? Wann kommt das autonome Fahren? Im Car-Sharing-Bereich lässt sich das autonome Fahren am ehesten umsetzen. Vielleicht schon 2030. Vielleicht gibt es dann blaue Spuren für autonome Autos wie heute Busspuren. Entscheidend für den Durchbruch des autonomen Fahrens wird die Bezahlbarkeit sein. Je mehr autonome Fahrzeuge und je weniger menschliche Steuerung, desto höher die Sicherheit.
Die Schlagworte sind „smart“, Vernetzung und künstliche Intelligenz. Die smarte Stadt verfügt über alle Daten, die in alle Netze gespeist sind. Dann können die Systeme durch Sammeln von Erfahrungen selbstständig lernen. Smarte Ampeln optimieren den Verkehrsfluss. Das System (die künstliche Intelligenz) erkennt die Bildung eines Staus schon, bevor er wirklich entsteht und leitet den Verkehr um.
Zukunftsforscherin Rees begibt sich nicht auf die Suche nach technischen Möglichkeiten, sondern begleitet den technischen Fortschritt des Automobiles/Lkw/ Busse usw und dessen soziale, moralische und ethische Aspekte und Fragestellungen. Werden Taxifahrer überflüssig? Wie sehen die neuen Jobs der Zukunft aus? Fest steht: die Ansprüche an das Ausbildungs- und Bildungssystem werden immer weiter steigen.
Die Zukunft mag manchmal verwirrend, beängstigend, gar erschreckend sein, aber sie ist auch faszinierend. Was ist machbar? Die erste Eisenbahn, das erste Flugzeug, der erste Computer … Wir stehen vor einer digitalen Revolution, die die industrielle Revolution weit in den Schatten stellen wird. Die Technikgläubigkeit schützt aber nicht vor den begleitenden sozialen, moralischen und ethischen Fragen. Machen wir vorläufig in unseren Gedanken mobil …
Das Bild stammt aus dem Vortrag von Prof. Reeb und wirft einen Blick auf ein mögliches smartes Stuttgart in der Zukunft. Der Vortrag wurde organisiert von den Freien Wählern in L.-E. und vom Bildungswerk für Kommunalpolitik.


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