Auf seiner traditionellen Sommertour legte Ministerpräsident Winfried Kretschmann diese Woche auch eine Etappe in Filderstadt um sich über das Schicksal von Streuobstwiesen in seinem Wahlkreis zu erkundigen. Leger in Jeans und kariertem Hemd steigt er aus der dunklen Limousine (und freut sich wahrscheinlich innerlich: Endlich mal kein Anzugtermin.)

 

 

 

 

 

 

Stefan Hermann, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler und 1. Ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters begrüß den Ministerpräsidenten und stimmt ihn auf das Thema Erhalt und Pflege von heimischen Streuobstwiesen ein: 30 Jahre Museumsobstgarten, 10 Jahre Ausbildung zu Streuobstwiesen-Guides, organisiert vom Umweltreferat, das Netzwerk Streuobstwiesen, OGVs, seit zwei Jahren dieser Lehrpfad, Filderstädter Apfelsaft, mobile Moste, Obstbörse, Überlassung von Obstbäumen zum Abernten und Umwelterziehung. Ein Augenmerk auf Obst, das nicht zu Abfall degradiert werden sollte, lenkt die Schülergruppe „Obstretter“ vom ESG. „Gerade in einem Verdichtungsraum wie hier auf den Fildern …sind die Streuobstwiesen so etwas wie goldene Äpfel … geht es doch um den Erhalt eines wichtigen kulturellen und ökologischen Gutes“, so Stefan Hermann.

 

 

 

 

 

 

Auf dem Spaziergang über den Lehrpfad informiert der Obstbaumexperte und soganannte „Pflaumenpapst“ Dr. Walter Hartmann fachkundig über alte Obstsorten und schneidet auch das Thema Misteln an. Beim Mistelbefall seien die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine wirksame Beseitigung noch nicht geklärt. Ministerpräsident Kretschmann beweist seine Bodenständigkeit und Trittfestigkeit und lässt sich bereitwillig über Stock und Stein, aber auch querfeldein über die Obstwiese führen. Selbst vor der Überwindung einer Einzäunung schreckt er nicht zurück, um zielstrebig den vorbereiteten Imbiss-Platz mit fruchtigen Genüssen auf der grünen Wiese anzusteuern.

 

 

 

 

 

Ein kurzer, aber nachhaltiger Besuch, der coronabedingt im sehr kleinen Rahmen stattfand. Ganz abschütteln konnte Kretschmann die Eindrücke seines Unfalls vor wenigen Tagen noch nicht, irgendwie wirkt er noch ernster, ruhiger und in sich gekehrt. Was nur allzu verständlich ist. Auf jeden Fall bedanken sich die Filderstädter für den Besuch.

Text und Bilder: Hedy G. Barth-Rößler, Stv. Vorsitzende Stadtverband Freie Wähler Filderstadt e.V.


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