Archive: Januar 2025

30. Januar 2025

Mutig, tapfer, ausdauernd – Kampf um das Frauenwahlrecht – Quartiersladen Sielmingen

„Wir Frauen sind stumm. Ohne eine Stimme – ohne Mann.“ „Frauen geben mit der Hochzeit alle Rechte auf.“ „Die Hälfte der Welt sind wir – ungehört, ohne politische Beteiligung.“

Zitate aus dem eindrucksvollen Dokufilm über den Kampf um das Frauenwahlrecht, das in einer Filmreihe im Quartiersladen in Sielmingen gezeigt wurde. Vier Frauen, vier Frauenschicksale – mutig, tapfer, ausdauernd. Die in den obersten Gesellschaftskreisen verkehrende Marguerite Durand gründet die erste Frauenzeitung der Welt „Le Fronde“. Emmeline Pankhurst riskiert in England mehrfach ihr Leben. Marie Juchacz engagiert sich unerschütterlich in Deutschland und setzt sich für die Arbeiterklasse ein. Anita Augspurg vertritt die Freiheiten der bürgerlichen Seite.

Alle vier Frauen flößen uns Zuschauenden mehr als Respekt und auch Bewunderung ein. Diese Frauen haben sich unter schwierigsten Bedingungen nicht beirren lassen. Sie wurden verspottet, geschlagen, verurteilt und gefoltert, aber sie haben nicht aufgegeben. Ihr Einsatz und ihre Vorgehensweise waren unterschiedlich, aber sie alle hatten ein gemeinsames Ziel: Das Wahlrecht für Frauen – der Schlüssel zur politischen und gesellschaftlichen Teilhabe für die andere Hälfte der Bevölkerung.

Ein mehr als beeindruckender Film, beeindruckende Persönlichkeiten, die nach dem Film noch zu zahlreichen intensive Gesprächen am abschließenden Büfett im Quartiersladen geführt haben. Danke für den Abend!

Text/Bildcollage: Hedy Barth-Rößler, Regionalrätin, Vors. Stadtverband,

 


27. Januar 2025

Neues Design und neue Technik – S-Bahn Stuttgart

Nicht mehr rot, sondern blau. Die neue Designfarbe der S-Bahnen Stuttgart signalisiert die Weichenstellung für eine neue Technik der Zukunft (ETCS European Train Control System). Im Verkehrsausschuss (VA) der Regionalversammlung stand auch das Thema teilautomatisierter Betrieb der S-Bahn auf der Tagesordnung. Bei der Umrüstung der S-Bahnen wird die entsprechende Technik eingebaut. Die S-Bahn-Strecke zwischen Vaihingen und Filderstadt könnte (in der Zukunft)  als mögliche Teststrecke genutzt werden.

Klingt nach Zukunft, aber einer greifbaren Zukunft. Mit dem DKS – Digitaler Knoten Stuttgart – könnte die S-Bahn-Stuttgart das erste S-Bahn-Netz Deutschlands sein, das teilautomatisiertes Fahren im Regelbetrieb möglich machen könnte. Das heißt, ein Fahrer ist noch an Bord, aber gebremst und beschleunigt wird automatisch. Freie Wähler Ausschuss-Sprecher Frank Buß sieht im automatisierten Fahren die Zukunft  Die Entscheidung für die Digitalisierung sei richtig gewesen. „Wir sind deutschlandweit, wenn nicht gar europaweit in einer Spitzenposition und sollten das nutzen.“

Jetzt kommt das große ABER: Der Digitale Knoten Stuttgart besteht aus 3 Teilen. Teil 1 und 2 sind genehmigt. Bei Teil 3 hat der Vorstand der Bahn mit seinem Gremienvorbehalt Mitte Dezember einen Rückzug gemacht und die bereits vom Bund genehmigten 230 Millionen Euro ignoriert (und vorläufig verschmäht). Das solle nun die neue Bundesregierung entscheiden. Diese (hoffentlich vorläufige) Abkehr von einem stabilen Rückhalt für den dritten Teil des digitalen Knotens von Seiten des Bahn-Vorstands fand im Verkehrsausschuss der Regionalversammlung nur fraktionsübergreifendes heftiges Kopfschütteln und Unverständnis. Die Regionalversammlung, der Verband Region Stuttgart (und das Land BW)  setzen sich weiterhin vehement für die Realisierung des Digitalen Knoten Stuttgart Teil 3 ein.

Text: Hedy Barth-Rößler, FW Regionalrätin Region Stuttgart, Mitglied VA, Bild: S-Bahn Stuttgart

 


19. Januar 2025

Ein Vorsatz, ein besonderer Moment und Wedeln im Walzertakt – Neujahrskonzert 2025

Mit dem Besuch des Neujahrskonzerts in der Filharmonie hätten die Filderstädter ihren ersten Vorsatz des Jahres schon in die Tat umgesetzt, so Dirigent und Musikdirektor Robert Wieland. Das Konzert war gegen Ende letzten Jahres bereits ausverkauft. Die Musik schlägt einen Bogen von Faust über Tim und Struppi bis hin zum schneewedelnden schwarzen Blitz, erinnert an zartes Flügelflattern von  Elfen und helle Glöckchen, lässt uns schwirren mit einer Libelle und nimmt uns mit einer Polka „Auf und davon“. Damit noch nicht genug: Das Publikum erlebt zwei weitere Höhepunkte: die Sopranistin Lisa Gaiselmann und die junge Violinistin und Preisträgerin Marie Scheffel.

Dann auch noch eine Überraschung für alle, die nun einen besonderen Moment erleben, als OB Traub den Taktstock übernimmt und „One moment in time“ dirigiert. Das Publikum bleibt bei einem Neujahrskonzert auch nicht untätig, sondern darf mit Fußgetrampel (unter lautakustischer Anleitung vom Dirigentenpult aus) die katakombenähnlichen Hohlräume der Filharmonie als Klangkörper einsetzen. Und zum traditionellen Zugabenschluss erschallt das Mitklatschen unter dem Taktstock zum Radetzkymarsch. Wie immer ein gelungener Abend, der bei so manchem den Eindruck hinterlässt: Was Wien kann, können wir in Filderstadt auch. Und das nicht nur im 50. Geburtsjahr von Filderstadt.

Text/Bilder: Hedy Barth-Rößler, Vorsitzende Stadtverband Freie Wähler Filderstadt e.V.

 


16. Januar 2025

„Die Jugend von Filderstadt hat von eurem Wirken profitiert.“ – Verabschiedung alter und Einsetzung neuer Jugendgemeinderat (JGR)

„Kaum ein JGR hat so viel Greifbares umgesetzt wie der letzte JGR“, fasst OB Christoph Traub die Gesamtleistung des jungen Gremiums zusammen: zwei neue Jugend-Treffpunkte in Harthausen und Plattenhardt, Abschluss des Projektes neues Jugendhaus, Mitkoordinator eines großen Jugendforums, Veranstaltung zur Stärkung der Demokratie. Ob Traub unterstreicht bei der Verabschiedung auch die persönliche Entwicklung jedes einzelnen Mitglieds im JGR, die er in den vergangenen zweieinhalb Jahren mitverfolgen konnte.

Kritisch, frech, aber immer höflich, so hätten sie ihre Ziele verfolgt bescheinigt der städtische „Betreuer“ des JGR, Herr Scheiring. Der alte JGR bedankt sich für die Möglichkeit der aktiven politischen Teilhabe in Filderstadt und verabschiedet sich mit der Bitte, weiterhin Veranstaltungen zur Stärkung der Demokratie abzuhalten.

Nun übernimmt der neu gewählte JGR. OB Traub bedankt sich bei allen, dass sie sich zur Wahl gestellt haben und nun mit demokratischem Auftrag für die Jugendlichen von Filderstadt einsetzen. Die erste große inhaltliche Einführung kommt auf den neuen JGR bei der demnächst anstehenden zweitätigen Klausurtagung zu. Also, ran an die Arbeit und frohes Schaffen. Wir bedanken uns bei allen Jugendlichen für ihr Engagement und ihren Einsatz und wünschen dem neuen JGR viel Freude und Erfolg bei der neuen politischen Arbeit.

Text: Hedy Barth-Rößler. Vorsitzende Stadtverband
Bild: Marcel Lausmann, stv. Vorsitzender Stadtverband

 


13. Januar 2025

„Zurück in die Zukunft“ – Zweifacher Auftakt zum Jubiläumsjahr 50 Jahre Filderstadt

Zweimal am gleichen Tag in die Filharmonie ist schon ungewöhnlich. Sollte es auch sein, denn die Filderstädter Stadtgemeinschaft startet in ihr Jubiläumsjahr: 50 Jahre Filderstadt Am Sonntagmorgen gibt es den Neujahrsempfang der Stadt von Oberbürgermeister Traub und drei Stille Helden werden durch die Bürgerstiftung Filderstadts vorgestellt. Danach folgt die Neujahrsrede mit Schwerpunkt 50 Jahre. Wir öffnen ein Fenster und schauen nach zwei Seiten, in die Vergangenheit (Sonntagmorgen) und in die Zukunft (Sonntagnachmittag). Beantwortet werden Gedankengänge wie „5 Dörfer sind das Chaos“ (eben nicht, aber eine Herausforderung schon). „Was feiern wir eigentlich?“. Das Gesamtbild der Realität. Jeder und jede erlebt die Stadt, den Stadtteil anders, das Verhältnis zur Gesamtstadt. Alle haben irgendwie recht.

Die Gemeinde-Re-Form macht 1975 aus 3329 Kommunen im Bundesland mal gerade 1111. 8 Monate lebt die Bevölkerung unter dem Namen „Filderlinden“, dann kommt doch der Name „Filderstadt“ (Ostfildern ist not amused darüber). Am Abend blicken wir in der Filharmonie mit zwei ausgesprochen interessanten Gesprächsrunden zum Thema Integration und Inklusion in die Zukunft von Filderstadt unter den Hauptbegriffen: Zukunft, Vielfalt, Teilhabe, Freiheit und Frieden. Nach den beeindruckenden Wortbeiträgen (die nachdenklich machen)  würden wir folgendes Fazit ins Goldene Buch der Stadt schreiben: „Dass man hier der Mensch sein kann, der man sein möchte.“ Daran arbeitet die Stadtgemeinschaft auch in Zukunft weiter. Besser machen geht immer. Freuen wir uns auf viele gemeinsame Begegnungen im Jubiläumsjahr.

Text: Hedy Barth-Rößler, Vors. Stadtverband
Bilder: Marcel Lausmann; Stv. Vors. Stadtverband

 


8. Januar 2025

Volles Haus, Bühne frei und tosender Applaus – Neujahrsempfang der Freien Wähler Filderstadt

„Die Pizza und der Döner haben der Maultasche nicht geschadet“,

so der weitgereiste, welterfahrene angriffslustige Verfassungspatriot Manfred. Stefan Hallmayer, Intendant vom Theater Lindenhof, fesselt mit seinem politisch kabarettistischen furiosen Auftritt „Einwandfrei Manfred – angriffslustiger Kabarett-Konter eines Verfassungspatrioten“ zum Thema Demokratie, Landesverfassung und Grundgesetz das Publikum. Gebannt hörten alle Anwesenden 20 Minuten dem verbalen Virtuosen zu.

Gerade junge Zuhörer waren begeistert und vermeldeten später, dass Herr Hallmayer mit diesem Auftritt in Schulen gehen sollte, um so die Wertschätzung für Demokratie deutlich zu machen. Auf diese spritzige, peppige, aber auch gleichzeitig informative Art würden dann auch die Jungen zuhören und vom Thema gepackt.

Herzlichen Dank an die sehr große Besucherschar, die einen unterhaltsamen, abwechslungsreichen Neujahrsempfang im Bürgerzentrum Bernhausen mit zwei besonderen Höhepunkten erlebt haben. Der neue Landrat Marcel Musolf, der „unglaublich motiviert ins neue Jahr startet“, stellte sich vor und nahm Stellung zu den angefragten Themengebieten ÖPNV, medizinische Versorgung im Landkreis sowie Prioritätensetzung bei knapperem Haushalt.

Fraktionsvorsitzender Stefan Hermann gab einen kommunalpolitischen Ausblick auf das kommende Jahr.
Hedy Barth-Rößler, neue Vorsitzende des Stadtverbands, begrüßte und führte durch das Programm.
Joachim Gädeke wurde für seinen siebenjährigen Einsatz als Vorsitzender des Stadtverbandes geehrt.

Musikalisch flott untermalt wurde der Abend von den Groovy Saxies. Nach all den pulsierenden  Programmpunkten genossen die Anwesenden ihre Maultaschen mit Kartoffensalat und zahlreiche anregende Gespräche.

Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden, an die Gäste und vor allem an die vielen helfenden Hände, ohne die ein solches Ereignis nicht machbar wäre.

Text: Hedy Barth-Rößler, Vors. Stadtverband
Bilder: Marcel Lausmann, Alexander Lovasz