Archive: Februar 2025

28. Februar 2025

Griebenwurstvesper – Tradition in Sielmingen

Griebenwurstvesper in Sielmingen – Richtig hineinpieksen

Traditionell hat die ARGE Sielminger Vereine wieder zum Griebenwurstvesper eingeladen, das gut besucht war und einst von Ehrenbürger Paul Schurr vor Jahrzehnten ins Leben gerufen worden war.

OB Traub gibt in seiner kurzen Ansprache eine Vesper Gebrauchsanweisung, an die sich alle halten: „Stechen sie beherzt zu (also in die Griebenwurst). Zielen Sie dabei möglichst nicht auf ihren Sitznachbarn gegenüber und dessen weißes Hemd.“

Nach allerseits spritzfreiem Essen folgt die Unterhaltung der Sielminger Vereine auf der Bühne und Informationsinterviews zu den Vereinsaktivitäten im Saal. Wie immer ist in Sielmingen viel los, aber im 50. Geburtsjahr von Filderstadt wird sogar das noch getoppt.

Text/Bilder: Hedy Barth-Rößler, Regionalrätin Region Stuttgart

 


25. Februar 2025

Gemeinsames Gedenken Filderstadt und Partnerstadt Poltawa – 3. Jahrestag

Formulieren aus der Ferne – emotional eindrucksvolle Poltawa Gedenkfeier

In der gut gefüllten Filharmonie spricht OB Christoph Traub zum 3. Jahrestag des russichen Angriffskriegs auf die Ukraine. Er formuliere aus der Ferne, er spricht von einer dauerhaften, nicht nur dahingesagten Haltung, und betont, dass es in diesen dunklen Zeiten gilt ein Zeichen zu setzen und Flagge zu zeigen für Frieden, Freiheit, Demokratie und Freundschaft. Man könne sich das unermessliche Leid aus der Ferne kaum vorstellen, dass über die Ukraine und die Partnerstadt Poltawa hereingebrochen ist.

Auf der Leinwand wird der Bürgermeister von Poltawa zugeschaltet und hält eine Rede, die von Tamara Postnikova übersetzt wird. Er spricht seinen Dank an Deutschland und an Filderstadt aus für die Solidarität, Hilfsbereitschaft und Unterstützung. „Wir vergessen nie, dass sie uns in diesen dunklen Zeiten die Hand gereicht haben.“ Am schwersten falle es, in die Augen der ukrainischen Kinder zu schauen, die um eine friedliche Kindheit beraubt wurden. Er unterstreicht seinen Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft in Frieden.

Ukrainische Kinder singen mehrfach auf der Bühne in der Filharmonie. Beim letzten Lied singen zahlreiche ukrainische Anwesende leise mit und verdeutlichen allen im Saal ihre tiefe Sehnsucht nach ihrem Heimatland. Ein beeindruckender Augenblick, der allen unter die Haut geht. Alle hoffen im Saal auf einen Frieden, der sich auf Gerechtigkeit gründet, wie OB Traub zum Schluss aus der Ferne formuliert.

Text/Bild: Hedy Barth-Rößler, Vorsitzende Stadtverband Freie Wähler Filderstadt

 


20. Februar 2025

Verkehrsdrehscheibe Flughafen / Messe – Verkehrsausschuss Region Stuttgart

 

Themen Verkehrsausschuss Region Stuttgart: Mobilitätsdrehscheibe Flughafen – Tariferhöhung  – Fahrplan Ausschreibungsverfahren neuer S-Bahn-Vertrag

Flughafen/Messe entwickelt sich zur Mobilitätsdrehscheibe. Der Verkehrsausschuss der Region Stuttgart pocht darauf alle Mittelzentren der Region mit direkter ÖPNV-Verbindung an die Verkehrsdrehscheibe anzudocken. FW-Sprecher Karlheinz Balzer betont die „deutliche Verbesserung der Flughafenanbindung gegenüber dem jetzigen Status quo“. Die Freien Wähler hätten auch immer die Bedeutung der tangentialen Verbindungen hervorgehoben. Für die mittlere Zukunft und Funktionalität spielt der noch zu bauende Pfaffensteigtunnel eine große Rolle. Stuttgart 21 soll Ende 2026 an den Start gehen. Dann stehen Fahrtzeiten von 10 Minuten zwischen Flughafen und Hauptbahnhof Stuttgart auf dem Fahrplan.

Ohne große Begeisterung stimmt der Verkehrsausschuss der Tariferhöhung um 5,2 Prozent ab 1. September im ÖPNV zu. Ein wiederkehrendes Dilemma war in der Diskussion zu hören. Die Kurzstrecke steigt von 2 Euro auf 2,10 Euro, das Einzelticket für 1 Zone von 3,30 auf 3,50 Euro für einen Erwachsenen. Die Erhöhung liegt im bundesweiten Vergleich im unteren Bereich. Die fünf Landkreise der Region (Kreistag) und die Stadt Stuttgart müssen ebenfalls noch abstimmen. Rund 80 Prozent der VVS-Kunden nutzen inzwischen das Deutschlandticket. Bleibt abzuwarten wie dessen Zukunft aussehen wird, die in den Händen der neuen Bundesregierung liegen wird.

Im Ausschuss wurde auch der Ablauf skizziert für das Ausschreibungsverfahren für den neuen S-Bahn-Vertrag, das eines der wichtigsten Themen der Regionalversammlung in den nächsten zwei Jahren sein wird.

Bild/Text: Hedy Barth-Rößler, FW Regionalrätin, Mitglied im Verkehrsausschuss
Grafik: Flughafen Stuttgart GmbH

 


13. Februar 2025

Das Beste kommt noch . . .

Das Beste kommt noch – darauf hoffen die Männer, die in Ruhestand gehen, finden sich aber erst mal in einer völlig neuen Realität außerhalb ihres Berufsleben wieder. Eigenwert, Bedetuung, Status definieren die meisten Männer fast nur über ihren Beruf. Das fehlt jetzt. Gerontologe Prof. Eckart Hammer berichtet in seinem Vortag „Das Beste kommt noch! Wie Männer im Ruhestand das Ihre finden“ von zahlreichen Tiefeninterviews, die er mit männlichen Ruheständlern geführt hat. Bis auf wenige Frauen, füllen zahlreiche Männer fast alle Sitzplätze im ev. Gemeindezentrum von Bonlanden.

Fünf Säulen bestimmen unsere Identität: Arbeit / soziales Netzwerk / Gesundheit / materielle Sicherheit und Sinnhaftigkeit. Viele erleben im Ruhestand zunächst eine Flitterwochenzeit, dann kommt die Ernüchterung, eine Neuorientierung und oft dann auch Stabilität. Viele Männer müssen sich in einer neuen „Welt“ zurechtfinden, die oft von Frauen schon „belegt“ ist (siehe „Papa ante portas“). Und sie lernen, dass Arbeitskollegen nicht gleichzusetzen sind mit einem eng verbundenen Freundeskreis.

Vier Wegweiser helfen im Ruhestand weiter: Die später Freiheit genießen (für mich), Kompetenzen weitergeben (an die Jugend), sich sinnhaft engagieren (für andere und für sich) sowie früher an später danken (vorbereitet auf das Alter). Wie auch im Vortag letzte Woche zeigt sich auch hier: Sinnhaftigkeit ist im Ruhestand ein wichtiges Standbein. Engagement für andere strahlt auch auf das eigene Ich positiv zurück.

Auch die vier Schrecken des Alters will der Referent nicht aus den Augen lassen. Einsamkeit, Sucht (oft unterschätzt), Depression und Suizid, dessen Rate bei Männern wesentlich höher liegt als bei Frauen.

Die 5 L des guten Alters stimmen uns gegen Ende des Vortrags dann wieder frohgemut: Laufen (körperlich fit bleiben), Lernen (geistig fit bleiben), Lieben (soziale Einbindung), Lachen (mit Humor und Gelassenheit geht alles besser) und Lassen (im Sinne von loslassen).

Auch dieser Vortrag wurde vom Förderverein für Diakonie und Krankenpflege Bonlanden e.V: organisiert. Ein herzliches Dankeschön, die große Zuhörerschar spricht für sich.

Text/Foto: Hedy Barth-Rößler, Regionalrätin, Vorsitzende Stadtverband

 


9. Februar 2025

Jubiläumsfeier 125 Jahre Sängerbund Sielmingen

Stimmungsvolle Gemeinschaft

Gesungen, gelacht, gewonnen – beim Jubiläumsakt 125 Jahre Sängerbund Sielmingen erfahren wir, dass Singen gut ist für die Seele, die Psyche, den Geist und die Gesundheit. Singen aus vollem Halse und Herzen. Gemeinsam singen und erleben. Die drei Chöre überzeugen am Sonntagvormittag: der gemischte Chor, Schlager-Kult und Sä-Sie-Bon. In der abwechslungsreichen Geschichte des Gesangsvereins, der vor über 100 Jahren zweistimmig startete und sich dann zu einer Sielminger Stimme vereinigt hat (spannend und abwechslungsreiche vorgetragen von Stadtarchivar Dr. Nikolaus Back) hören wir, dass die Frauen erst ab 1977 endlich auch mitsingen durften.

Singen macht süchtig wie Schokolade, dafür aber nicht dick. Die vereinten Stimmen in einem Chor lassen etwas Magisches entstehen. Die Redner stimmen höchste Töne zustimmenden Lobes an. Ein besonderer, überraschender  Höhepunkt des stimmungsvollen Vormittags: Waldtraud Schäfer, Mitglied seit 46 Jahren, erhält die Goldene Ehrennadel des Schwäbischen Chorverbandes für besondere Verdienste um den Chorgesang und die musikalische Heimatkultur, begleitet von laut jubelndem Beifall.

Wir wünschen dem Sielminger Sängerbund unzählig viele weitere frohe, heitere, stimmgewaltige Singerlebnisse und weiterhin viel musikalischen Zuspruch. Immerhin haben wir heute auch gelernt, dass die Stimme zum Instrument des Jahres 2025 erkoren wurde – und über dieses Instrument verfügen wir alle. Also, wer Lust, Laune und Stimmung hat, einfach mal bei einer Chorprobe hineinschnuppern – und lossingen.

Text/Bilder: Hedy Barth-Rößler, Regionalrätin, Vorsitzende Stadtverband

 


6. Februar 2025

Die Segel neu setzen im Ruhestand

Einen Satz der Erkenntnis mitnehmen

„Die Segel neu setzen“, wenn wir in den Ruhestand kommen. Einen Satz sollen wir von dem (sehr gut besuchten) Vortrag im Ev. Gemeindehaus in Bonlanden als neue Erkenntnis mit nach Hause nehmen, meint die Referentin Ulla Reyle, ihres Zeichen Gerontologie. Da gäbe es viele Sätze: „Je älter, desto weiblicher, desto einsamer.“ Die letzten 10 Jahre ihres Lebens verbringen die meisten Frauen alleine.

Oder: „Wir werden immer jünger älter.“ Die jetzige Senioren-Generation, vor allem die Babyboomer, altern anders als ihre Eltern- oder Großelterngeneration. Neuste Erkenntnisse aus der noch jungen Disziplin Lebenslaufforschung zeigen, wir entwickeln und entfalten uns ein Leben lang, nicht nur bis zur Lebensmitte und dann kommt der Stillstand oder Rückgang so wie bisher angenommen.

Der Film „Papa ante portas“ liegt gar nicht so falsch. Viele Männer hatten „nur“ ihren Beruf, ihr kollegiales Netzwerk, das regelrecht wegbricht. Frauen, auch die berufstätigen, hatten schon immer ein zweites Standbein und ein soziales Netzwerk, u.a. die so oft belächelten Frauenfreundschaften am Küchentisch (die auch Michelle Obama preist).
Im Ruhestand ist gesellschaftliche Teilhabe enorm wichtig: Großelternpflichten als Babysitter sind da nicht ausreichend. Ein sinnvolles Leben beschert Glück und Zufriedenheit. Da ist eine sinnstiftende Aufgabe im Ehrenamt oft goldrichtig. „Gemeinsam mit anderen für andere und für einen selbst“, das ist auch ein Satz, der hängenbliebt. Letztere Erkenntnis wird auch durch die Ergebnisse der „100-Jährigen Studie! (abrufbar im Internet) bestätigt.

Genauso wichtig, wenn auch nicht immer leicht (und für jede Altersklasse geltend): Dankbarkeit, die man auch trainieren und kultivieren kann. Wesentlich für ein zufriedenes Altern ist auch eine gewisse Gelassenheit, mit Veränderungen umzugehen: „Nicht der starre Baum, sondern der biegsame Baum:“

Demnächst: Nun noch speziell ein Vortrag aus Sicht der Herren: „Das Beste kommt noch! Wie Männer im Ruhestand das Ihre finden.“ (Von wegen Papa ante portas). Ev. Gemeindezentrum Bonlanden, Mitt. 12.2. um 19 Uhr. Ebenfalls wieder organisiert vom Förderverein für Diakonie und Krankenpflege Bonlanden e.V.  Ein herzliches Dankeschön dafür. (Fortsetzung folgt)

Text/Bild: Hedy Barth-Rößler, Regionalrätin, Vorsitzende Stadtverband