Archive: Juni 2025
Sensationell – Bürgertheater 50 Jahre Filderstadt – Sehenswert

Theatralischer Gemeinschaftsinn beim Bürgertheater 50 Jahre Filderstadt
Hey, du bist dran – das ist dein Stichwort – bleibt im Takt – nicht auf den Boden schauen, sondern zu den (noch imaginären) Zuschauenden: Die Proben für das Theaterprojekt laufen inzwischen auf vollen Touren. Die Texte sind inzwischen auf der Festplatte im Gehirn gespeichert. Das Zusammenspiel wird immer flüssiger. Die Beine passen sich immer mehr dem richtigen Takt an. Die Arme bewegen sich endlich konträr zu den Beinen. Es gibt viel zu beachten und alle Teilnehmenden werden immer besser. Wir alle haben in den letzten Wochen ein neues Wort gelernt: situationselastisch. Nerven behalten, ruhe bewahren, weiterspielen.
Zugegeben, die Proben können anstrengend sein, aber es macht allen unheimlich Spass. Und das Besondere: Neben der Bein- und Textsicherheit wächst ein ganz besonders Gemeinschaftsgefühl, das die Agierenden mit einem besonderen Theaterband verbindet (und das nicht nur beim Bändertanz), Wir leben im echten Leben vor, was wir auf der Bühne gemeinsam darstellen wollen: 5 sein, 1 werden. Und das ist ein unglaublich tolles Gefühl, das wir gerne unserem Publikum vermitteln möchten.
Daher freuen sich alle Teilnehmenden über volle Zuschauerränge. Also, wer sich noch keine Karte für dieses besondere Filderstadt-theatralische Erlebnis, sollte sich das nicht entgehen lassen, sonst mag der situationselastische Ärger hinterher groß sein. So etwas wird nicht so schnell wiederkommen.
So nun noch eine kleine Rätselaufgabe, die alle Zuschauenden dann locker lösen können: Was haben ein Bentley, Krautköpfe, eine Lady, schwingende Besen, dudelsackähnliche Töne, Krautkantate, fliegende Ananas, feilschende BMs, lästernde Stammtischler, lässige Pudel, aber auch ernste Töne und eine ganz besondere Maschine miteinander zu tun? Kleiner Tipp: BeHaSiBoPl.
Text: Hedy Barth-Rößler, Reginalrätin
Bild: Filharmonie/Barth-Rößler
Der erste Veteranentag in Filderstadt

Veteranentage kenne ich bislang nur aus den USA und Großbritannien. Dort haben sie eine lange Tradition und sind historisch ganz anders gewachsen.
Am 15. Juni fand nun der erste nationale Veteranentag in Deutschland statt, der letztes Jahr vom Bundestag ins Leben gerufen worden war. Es geht nicht um „Glorifizierung des Militärs oder Heldenverehrung“, betont OB Christoph Traub in seiner kurzen Ansprache. Die Reservisten und der CDU-Stadtverband organisierten den Veteranentag in Filderstadt, an dem auch von der Stadt offiziell beflaggt worden war. „Die Armee ist aus dem Fokus der Gesellschaft geraten“, analysiert Bernhard Kempf in seiner emotional sehr beeindruckenden Einleitung zum Thema. Die Bundeswehr sei unsichtbar geworden.
Unser bisheriges Sicherheitsgefühl ist ins Wanken geraten. Leider ist die Realität anders als wir uns das in den letzten Jahrzehnten gewünscht und erhofft haben.
Der Veteranentag soll ein Zeichen setzen und die Bundeswehr wieder besser in der Gesellschaft verankern.
An diesem Tag soll der besondere Dienst für unsere Gesellschaft gewürdigt werden. Für mich fühlt sich der Veteranentag noch ungewohnt an, aber seine Zielsetzung einer gesellschaftlichen Wertschätzung der Bundeswehr ist mehr als notwendig – und wird sich in einigen Jahren vielleicht auch schon ganz „normal“ anfühlen, wenn die Bundeswehr in der Gesellschaft wieder sichtbarer geworden ist.
Text/Bilder: Hedy Barth-Rößler, Regionalrätin, Vorsitzende Stadtverband
Wie, Wo, Wann ist das Vertrauen verloren gegangen – Zuverlässiger Ersatzverkehr

Wie, Wo, Wann … Schienenersatzverkehr muss zuverlässiger werden – Sitzung Verkehrsausschuss Region
Wie, wo, wann … Die Stammstreckensperrung der S-Bahn nervt nun schon seit Jahren – und kein Ende ist in Sicht. Es ist verständlich, dass im Rahmen der Digitalisierung und Umbau-Maßnahmen von S21 unzählige technische Arbeiten notwendig sind, die – nun allmählich im Endspurt – immer häufiger werden. Aber irgendwann hat die Kundschaft kein Vertrauen mehr. Dieser Zustand ist inzwischen bei vielen leider erreicht – abgesehen von Ärger und Verdruss.
Im Verkehrsausschuss der Region Stuttgart betonte Regionalrätin Hedy Barth-Rößler: „Gerade bei solchen planbaren Sperrungen ist es wichtig, dass es zuverlässige Ersatzverkehre gibt. Diese müssen transparent, schnell und verständlich kommuniziert werden, damit der aufkeimende Ärger im Vorfeld bereits erstickt werden kann. Nur durch Zuverlässigkeit kann Vertrauen zurückgewonnen werden.“ Die Bahn gelobt Verbesserung. Erfahrung konnte sie in den letzten Jahren eigentlich ja mehr als genug sammeln. Da die Sommerferien dieses Jahre eine Woche später beginnen, startet die Sperrung bereits in der letzten Schulwoche.
Die Möglichkeit von Echtzeitdaten für die Busse des Schienenersatzverkehrs sind in diesem Jahr noch in der Erprobungsphase und werden hoffentlich nächstes Jahr einsatzfähig sein – die Hoffnung stirbt zuletzt.
Text: Hedy Barth-Rößler, Regionalrätin, Vors. Stadtverband
Bild: Verband Region Stuttgart
Infos gibt es hier:
https://www.s-bahn-stuttgart.de/…/Stammstreckensperrung…,
https://www.s-bahn-stuttgart.de/s-stuttgart/Betriebslage,
Zügig in die Zukunft – Markterkundung für einen neuen S-Bahn-Vertrag in der Region Stuttgart

S-Bahn Hearing Region Stuttgart
Wer kann schon in die Zukunft schauen. Aber genau das muss die Regionalversammlung machen: Es geht um einen neuen S-Bahn-Vertrag. Jährlich fahren die 215 S-Bahn-Fahrzeuge rund 14 Millionen Kilometer und transportieren rund 100 Millionen Fahrgäste in der Region Stuttgart. Die Erweiterung des Netzes ist geplant, Entwicklung von automatisiertem Fahren und Betrieb und weitere Linien auf die Stammstrecke bringen. Für den Verkehrsausschuss der Region Stuttgart stehen große Aufgaben an:
Der neue S-Bahn-Vertrag, der ab 2032 gültig sein wird, muss ausgeschrieben werden: Fahren, Instandhalten, Vertrieb, Sicherheit. Wie sieht das S-Bahn-Fahrzeug der Zukunft aus? Wie steht es um IT-Sicherheit und Resilienz? S-Bahn-Fahrzeuge haben eine ungefähre „Laufzeit“ von rund 30 Jahren. Die Weichen müssen gestellt werden für ein zukunftsfähiges S-Bahn-System. Der Vertrag wird wahrscheinlich wieder ein Zeitfenster von zehn Jahren haben und umfasst für die ganze Vertragsdauer ein Volumen von drei Milliarden Euro. Entsprechend groß ist der Vorlauf. Der letzte Vertrag umfasste 700 Seiten. Nun müssen die Bedingungen für die Ausschreibung für einen fairen Wettbewerb rechtzeitig festgelegt werden:
Ein erster Schritt war das ausführliche, ganztägige S-Bahn-Hearing zur Markterkundung in der Liederhalle für den erweiterten Verkehrsausschuss der Region. Die Mitglieder erhielten wertvolle Informationen von Verkehrsunternehmen, Fahrgastverbänden, Fahrzeugherstellen und Aufgabenträgern, die von ihren Erfahrungen und Plänen berichteten – wichtige Informationen und Input zum geplanten Vergabeverfahren. Thematisiert wurden die vier Perspektiven: Verfahrensfragen / Zuverlässigkeit, Sicherheit, Barrierefreiheit / Das optimale S-Bahn Fahrzeug für die Region Stuttgart / Erfahrungen bei der Vergabe
Text: Hedy Barth-Rößler, Regionalrätin
Bilder: Barth-Rößler, Wieland