Archive: Juli 2025

23. Juli 2025

Expressbuslinien X4 und X7 droht Aus!

Expressbuslinien X2 (Leonberg)  X4 (Nürtingen) und X7 (Filderstadt) droht das Aus – wegen knapper Finanzen.

Das Land will seinen bereits reduzierten 50-prozentigen Zuschuss nicht mehr zahlen, den Rest zahlt Stuttgart. Nun sucht die Stadt bei den Verbundlandkreisen einen 25prozentigen Zuschuss, stößt aber im Finanzausschuss des Landkreis Esslingen auf ablehnenden Widerstand mit Hinweis auf die klamme Kassenlage. Nun droht das Aus.

Auf der Strecke bleiben wieder einmal die Fahrgäste. Der einzige Nachteil für die Fahrgäste wäre ja nur – so die Argumentation – die etwas längere Fahrzeit (fast doppelt so lang!) mit den bestehenden alternativen Buslinien 74 und 77, die nebenbei bemerkt auch z.T. in längeren Zeitabständen fahren. Das klingt nur noch wie blanker Hohn im Umgang mit den Fahrgästen – vor allem auch mit der Aussicht auch die vielen Sperrungen im S-Bahnbereich in den Jahren 2026 und 2027. (Hedy Barth-Rößler. Vors. Stadtverband)

Daher stelle die Freie Wähler Fraktion einen Antrag an die Stadtverwaltung mit folgender Bitte:

Die Freien Wähler Fraktion beantragt: Die Stadtverwaltung setzt sich für eine Fortsetzung der Expressbuslinien X 4 und X 7 ein.

Begründung: Aufgrund der anstehenden Beeinträchtigungen des Schienenverkehrs, dadurch notwendigen Schienenersatzverkehrs und der erwarteten Sanierung des Flughafentunnels ist der Erhalt der X-Linien unerlässlich – ferner muss die Attraktivität des ÖPNV erhalten bleiben. Es kann und darf aufgrund der bekannten und abzusehenden Beeinträchtigungen nicht sein, dass Filderstadt in den Windschatten des ÖPNV kommt. Auch müssen attraktive Alternativen zum Automobilverkehr erhalten bleiben! (Stefan Hermann, Fraktionsvorsitz)

 


22. Juli 2025

Besuch auf der Baustelle – S-Bahn Neuhausen / Flughafenbahnhof

Besuch auf der Baustelle – Neubau S-Bahn Bernhausen bis  Neuhausen auf den Fildern und Flughafenbahnhof– Fachexkursion Verkehrsausschuss Region Stuttgart

Baustellen können sehr beeindruckend sein: Trogbauwerke in Ortslagen, ein Blick 30 Meter unter die Erde. Die Mitglieder des Verkehrsausschuss Region Stuttgart erhalten bei der Fachexkursion einen ganz besonderen Einblick. Auch als Laie bekommt man schnell einen Eindruck von der planerischen und baulichen Dimension.

Allerdings erfahren wir auch, dass die neue Strecke Neuhausen erst ein Jahr später an den Start gehen wird, da sich vor Baustart zahlreiche Flurstücksverhandlungen (auch wenn manchmal nur einige Quadratmeter im Spiel waren) in die Länge gezogen haben. Anpfiff wird erst Ende 2028 sein. Verzögernd wirkt sich auch die generelle personelle Ressourcen Knappheit im Bereich der Abnahmeprüfungsprozesse aus.

Die Kosten steigen um 6 Prozent von 210 auf 223 Millionen – heutzutage fast noch im erträglichen Rahmen. Die Steigerung wird nicht von den Baukosten verursacht, sondern von weiteren Planungsleistungen und Verwaltungkosten. Davon übernimmt der Verband Region Stuttgart 10.5 Millionen der Kostenanpassung.

Zur Besichtigung des neuen unterirdischen Flughafen-Bahnhof ging es erst einmal unzählige Treppen 30 Meter in die Tiefe. Die zukünftigen gläsernen Fahrstühle befinden sich noch im Stadium der Erstellung. „Hier entwickelt sich eine Verkehrsdrehscheibe, die ihresgleichen sucht“, so der Tenor der FW-Ausschussmitglieder. Dieser vielfältige Zugang zum Schaufenster „Messe Stuttgart“ ist auch ein Beitrag zu Wirtschaftsförderung der Region – neue Chancen für Touristen und Geschäftsleute.

Text: Hedy Barth-Rößler, FW Regionalrätin, Mitglied Verkehrsausschuss
Bild: FW Mitglieder Verkehrsausschuss Region Stuttgart, fotografiert von Regionaldirektor Dr. Wurmthaler

 


14. Juli 2025

Gewagt, gekonnt, gespielt – Theaterprojekt 50 Jahre Filderstadt

Wer macht denn da mit? Wer schaut sich das überhaupt an? Da kommt doch keiner! Die Skepsis und Kritik war groß gegenüber dem Stationentheater, umgesetzt vom Lindenhof-Theater, Filharmonie und einem neuen Bürgerensemble. Gekommen sind über 150 Mitwirkende aus der Bürgerschaft, groß und klein, jung und alt, über Generationen hinweg und haben das ambitionierte Theaterprojekt auf die Beine und die Bühne gestellt – mit der gesamten bunten wertvollen Vielfalt, die Filderstadt zu bieten hat. Alle Vorstellungen sind ausverkauft. Wer jetzt  keine Karte hat, hat nun eben das situationselastische Nachsehen.

 

Gefeilt wurde an den Texten, Szenen und Abläufen quasi bis zur letzten Minute. Mitunter aufregend und überraschend für uns Laien, aber immer situationselastisch (unser wichtigstes Theaterwort, das wir gelernt haben) mit guter professioneller Anleitung und Betreuung umgesetzt. Alle bringen ihren Einsatz, zeigen ihre Spielfreude, die auf das Publikum überspringt und sich gegenseitig befruchtet. Entstanden ist eine besondere Theatergemeinschaft, eine junge kulturelle Pflanze, die nicht nur mit Hilfe des theatralischen Löss wachsen und gedeihen wird. Wir werden wachsen und wachsen . . .

 

Wir sind seit einem guten halben Jahr zu einer Theaterfamilie und innigen Gemeinschaft zusammengewachsen. Wir haben uns auf den anderen eingelassen – sowie vor, auf und hinter der Bühne verlassen. Ein großes Dankeschön an alle, die in Filderstadt großen theatralischen Mut bewiesen haben, ob Organaisation, Technik, Ensemble, Profis, Laien – und der großartige Erfolg gibt uns Wagemutigen allen recht. Da kann ich nur voller kultureller Theatralik sagen: Weiter so! (Eure Lady im Pelz vom Krautacker)

 

Text: Hedy Barth-Rößler, Regionalrätin, Vors. Stadtverband

Bilder: Aus der Bürgerschaft von Filderstadt