Archive: Februar 2026
28. Februar 2026
Am späten Abend geht es mit dem auf ETCS-Technik umgerüsteten Fahrzeug der S-Bahn Stuttgart vom Stellwerk Plochingen aus auf die Schnellstrecke nach Ulm. Die Mitglieder des Verkehrsausschuss der Region Stuttgart sind zur Testfahrt eingeladen. ETCS bedeutet europäisches Zugbeeinflussungssystem (European Train Control System). Diese Technik bietet die Grundlage für automatisiertes Fahren.
Ich stehe hinter dem Zugführer ganz vorne in der S-Bahn und bin sicherlich aufgeregter als der Zugführer. Die kleinen gelben Balisen, ungefähr groß wie ein Buch, sind zwischen den beiden Schienen vom Gleis in regelmäßigen Abständen auf der Zugstrecke installiert. Per Funk geben sie die Streckendaten an den Zug weiter. Das System kennt die Strecke genau.
Der Zugführer (mit meinem neugierigen Blick im Nacken) erhält auf seinem Display die Angaben und hat so einen Blick 32 km im Voraus auf die Strecke. Diese neue Technik soll, so Alexander Lahl, Chef des Verbandes Region Stuttgart, „die S-Bahn in der Region Stuttgart leistungsfähiger und zuverlässiger machen“. Der Verband ist Aufgabenträger der S-Bahn Stuttgart. Wir erleben gerade die neue Zukunft des Schienenverkehrs. Matthias Glaub, Chef der S-Bahn, spricht von einem „Meilenstein für den digitalen Bahnbetrieb im Netz der S-Bahn Stuttgart“.
215 Fahrzeuge im Bestand der S-Bahn Stuttgart müssen umgerüstet werden. Bislang sind rund 80 Fahrzeuge neu ausgestattet. Die Kosten liegen bei rund 200 Millionen, von denen der Verband Region Stuttgart 144 zusteuert. 440 Lokführer müssen auf die neue Technik geschult werden. Der Prozess dieser Digitalisierung ist ein mehr als herausforderndes Projekt, das – wenn es dann mal läuft und auf den Weg gebracht ist – in Europa Leuchtturmcharakter haben wird. Um so frustrierender ist es für den Verkehrsausschuss der Region mitzuerleben, wie holprig das Projekt auf die Schiene gebracht wird.
Die Nachricht von der voraussichtlichen teilweise Inbetriebnahme von Stuttgart 21 im Jahr 2029 stimmt mehr als missmutig und beinahe fassungslos. ETCS ist die Schlüsseltechnik für den Digitalen Knoten Stuttgart (DKS) in seinen drei Stufen. Die dritte wurde gerade mal im letzten Jahr überhaupt verfestigt. Diese ist bei der S-Bahn für das Stuttgarter Umland, also auch für Filderstadt (und irgendwann mal dann auch für Neuhausen) ausschlaggebend.
Nun mal über den Tellerrand oder die Region Stuttgart und ihr Schienennetz hinausgeschaut auf ein Langziel in Europa: ETCS soll europaweit eine Vereinheitlichung in den jetzigen 14 verschiedenen Zugbeeinflussungs- und Leitsystemen, die natürlich nicht kompatibel sind, bringen. Wir in der Region wären ja schon froh, wenn der Blick auf unseren Drehteller positiver gestimmt wäre. Wir bedanken uns für die Testfahrt und die Informationen.
Ich bedanke mich vor allem bei dem geduldigen Zugführer, dessen Genick wahrscheinlich froh war, als ich nach (sehr) geraumer Zeit das Führerhaus wieder verlassen habe und er nicht mehr unter Dauerbeobachtnug stand.
Text/Bilder: Hedy Barth-Rößler, Regionalrätin Freie Wähler Region Stuttgart (mit auf dem Bild: Andreas Hesky, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler)
22. Februar 2026
Swinging Spende – Beim traditionellen Jazzbrunch inFilderstadt- Harthausen lockten die jazzigen Klänge von „Laney and the Snyppy Rhythm Gang“ viele Besucher in die Jahnhalle.
Bei rhythmisierender Hintergrundmusik plätscherte die Unterhaltung ebenfalls munter vor sich hin, nur zwischenzeitlich unterbrochen, um das leibliche Wohl zu stärken mit Weißwürsten, Maultaschen oder leckeren Kuchen und Torten.
Wie immer konnten die Lions Filderstadt einen Scheck über 3000 Euro an die evangelische Jugendarbeit bzw. die street worker übergeben. Immerhin leisten die street worker mehr als 200 Abendseinsätze im Jahr.
In der Gewissheit, gute Musik gehört, gut gegessen und ein gutes Werk getan zu haben, ging man dann aufgemuntert und gestärkt in den restlichen privaten Sonntag über.
Vielen Dank an alle die vielen Helferinnen und Helfer, die zum Gelingen dieser Traditionsveranstaltung zum guten Zweck beigetragen haben.
Text/Bild: Hedy Barth-Rößler, FW Regionalrätin
12. Februar 2026

Achtung Verwechslungsgefahr!
Hier noch einmal vorsichtshalber zur Klarstellung. Vielleicht haben Sie sich in den letzten Tagen auch schon gewundert. – Falls Sie es auf dem Wahlzettel für die Landtagswahl bereits gesehen haben oder wenn Sie es demnächst sehen werden, steht auch der Name Freie Wähler bei der Zweitstimme auf dem Wahlzettel. Das ist die Freie Wähler Partei, die nichts mit den Freie Wählervereinigungen in Baden-Württemberg zu tun hat.
Eine Freie Wählervereinigung ist keine Partei! Wählervereinigungen sind nur auf kommunalpolitischer Ebene aktiv und beteiligen sich (in unserem Fall Filderstadt) daher nur an den Wahlen für Gemeinderat, Landkreis Esslingen und Region Stuttgart. Leider kann die Namensgleichheit nicht „abgestellt“ werden, daher müssen wir mit dieser Situation leben. Aber wir sehen, dass diese Situation (sehr) verwirrend sein kann. Daher werden die Freien Wähler Filderstadt e.V. als überzeugte Wählervereinigung dennoch nicht müde, immer wieder auf diesen bedeutsamen Unterschied aufmerksam zu machen.
Der Bundesverband der Freien Wähler hat sich 2009 entschieden, sich in eine Partei zu verwandeln. Daraufhin ist der Landesverband der Freien Wählervereinigungen Baden-Württemberg aus dem Bundesverband ausgetreten, um sich die Eigenständigkeit als Freie Wählervereingungen zu bewahren und zu bekräftigen.
Die Stärke der Freie Wählervereingungen liegt in ihrer intensiven kommunalpolitischen Verankerung, sie unterliegen keinem Parteiprogramm auf Landes- oder Bundesebene und schätzen ihre parteipolitische Unabhängigkeit. Sie konzentrieren sich auf praagmatische, sachorientiere Lösungen vor Ort in der Kommune, im Kreis und in der Region. Das ist ihre Stärke und daher sind die kommunalen Freien Wählervereinigungen auch die stärkste politische Kraft in den baden-württembergischen Gemeinderäten.
Text/Bildcollage: Hedy Barth-Rößler, FW Regionalrätin und Vorsitzende Stadtverband Freie Wähler Filderstadt e.V.
6. Februar 2026
Zum 37. Mal fand in Sielmingen das traditionelle Griebenwurstversper statt. Alles wie immer? Fast. Bis auf den Termin. Für manche überraschend fand das traditionelle Treffen, das eine kommunikative Plattform für Gespräche zwischen Stadtverwaltung, Vereinen, Bürgern und Kommunalpolitik bietet, bereits eine Woche vor dem Schmotzigen Donnerstag statt. Das wird auch in Zukunft nun so bleiben und eine neue Tradition sein, Donnerstag vor Weiberfasching, um gewisse Terminkollisionen für manche Vereine zu vermeiden.
Das Essen war gut wie immer. Für das richtige „Öffnen“ der Griebenwurst gab es von der Bühne vom OB auch noch einen entsprechenden Insider-Tipp. An dieser Stelle schon mal ein herzliches Dankeschön an die Sielminger ARGE und alle Vereine, die so tatkräftig mitgeholfen haben, um diese beliebte Tradition jeder Jahr aufs neue bodenständig umzusetzen.
Die ARGE übergab einen Scheck von 1000 Euro an die Kelly Inseln für ihre kriminalpräventive Tätigkeit im Kinderschutz. Ein Rückblick auf die 50 Jahr Feier von Filderstadt betonte nochmals den gemeinsamen Geist, der tagelang über dem Festzelt schwebte, und auch noch heute über Filderstadt wabbert und die intensivierte Gemeinschaft der Filderstädter Stadtgesellschaft.
Für das Unterhaltungsprogramm zeigten einige Sielminger Vereine wie Sängerbund, AHC Akkordeon oder der Musikverein ihr stimmungsvolles Können.
Der Höhepunkt des Abends war allerdings die besondere 90. Geburtstagsfeier (im Vorgriff auf den 90. Geburtstag des AHC in diesem Jahr) einer schwäbischen Dame, deren schwäbische feierliche Männerrunde mit Hilfe des assistierenden Dieners (und seinen wohlbekannten Luftsprüngen über ein gewisses Tigerfell) sich immer mehr in die Höhen alkoholfröhlicher Schwingungen emporschluckten.
Und es war in allen Fällen, oben auf der Bühne für manche und unten im Saal für alle, an diesem Abend: de gleich Komöde wie älle Johr – beste Unterhaltung und ein fröhlich beschwingter Abend. Und dafür an alle Beteiligten ein herzliches Dankeschön.
Text/Bilder: Hedy Barth-Rößler, Regionalrätin, Vorsitzende Stadtverband