Mit dem Doppeldecker auf Entdeckungstour durch Filderstadt

Kompakt, informativ, fahrenswert – Wer eine Reise macht (und sei sie noch so klein), der kann was erleben – und erzählen
Eigentlich kennt ja jeder schon alles in Filderstadt – oder doch nicht? Auf der Sightseeing-Tour durch Filderstadt unter der bewährten Reiseleitung von OB Christoph Traub und Stadtarchivar Dr. Nikolaus Back wird es nicht langweilig. Alle Plätze der beiden Tourfahrten im roten Doppeldeckerbus (eine Leihgabe der Stadt Stuttgart für die besondere Tour) sind ausgebucht.
Die erste Tour muss ein bisschen warten, denn der Busfahrer des Stuttgarter Doppeldeckers wartet versehentlich in der Karlstraße in Stuttgart auf uns anstatt in Filderstadt. Fluchs ändert er seine Fahrtrichtung auf die Fildern und ist 30 Minuten später da. Diese Zeit nutzen die Teilnehmenden (der ersten Tour) zum Eisessen oder munteren Gesprächen. Frohgemut und erwartungsvoll wird dann in den Bus eingestiegen. Das Faltdach wird bei strahlendem Sonnenschein und einem lauen Lüftchen geöffnet.
Eigentlich denken alle, sie wissen schon alles. Doch weit gefehlt. Erstens wirkt es ganz anders, wenn man die geballte Vielfalt von Filderstadt in 90 Minuten Fahrt kompakt erzählt und zu Gesicht bekommt – und zwar auf einem Art Logenplatz in oberster Höhe mit freiem Blick auch in so manches Nachbargärtlein. Es wird während der Fahrt auch mehrmals gewunken. Wir winken locker und lustig zurück.
Hier nun ein kleiner Ausschnitt der Highlights: Die Jakobuskirche in Bernhausen hat den ältesten Kirchturm Filderstadts von 1492. Spitzkraut ist ein kleines Nischenprodukt, Rotkraut hält sich besser. Der Stuttgarter Flughafen liegt überwiegend auf Filderstädter Gelände. Im Sielminger Archiv, ehemals eine Kapelle, liegt das älteste Dokument von Filderstadt von 1483. Die B27 wäre ausgebaut zu sechs Streifen doppelt so breit wie heute (aber das liegt noch in weiter Ferne, wenn überhaupt). Alles was liegend im Paket bei Boss weltweit verschickt wird, geht durch das Distributionszentrum in Bonlanden – außer nach Nordamerika. Das Pfarrhaus in Bonlanden war mal im 17. Jahrhundert eine Burg. Wer hätte das gedacht: Der Dirtpark neben dem ESG genießt weltweit einen hervorragenden Ruf und liegt in der Einschätzung der internationalen Szene auf Top 3. Das Gartenhallenbad in Bernhausen wird hoffentlich Ende 2027 fertig sein. Die Renovierung dauert länger, da die Betonsanierung (Stichwort Asbest) viel aufwändiger ist als ursprünglich angenommen.
Am Ende der luftigen und informativen Fahrt ist das einhellige Urteil der Teilnehmenden in luftiger Höhe: das war echt interessant. Man habe doch noch einiges erfahren. Es häbe sich echt gelohnt mitzufahren. – Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. (Und wir wissen auch warum die Teilnehmenden der zweiten Tour ebenfalls 30 Minuten verlängerte Wartezeit haben Denn wir haben trotz Verspätung natürlich nichts ausgelassen. Aber wir wissen auch: Vorfreude ist eben die schönste Freude)
Text/Bild: Hedy Barth-Rößler, Regionalrätin, Vors. Stadtverband Freie Wähler Filderstadt e.V.





