Im Hochregallager von Hugo Boss in Filderstadt-Bonlanden wird Liegeware bzw. Kartonware gelagert. 350 Mitarbeiter, in Stoßzeiten kommen Aushilfskräfte hinzu, arbeiten in zwei Schichten (6.00-23.00). In einem Jahr können gut 31 Millionen Teile weltweit in 127 Länder versendet werden. 150 Lieferanten, unter ihnen auch Boss selbst, bringen die Ware. Täglich gibt es rund 40 LKW-Bewegungen. An einem durchschnittlichen Tag werden gut 10 000 Kartons rein und raus bewegt. Im Hochlager Bonlanden wird Liegeware bzw. Kartonware, die nicht aufgehängt wird, gelagert und transportiert. Das Modeverhalten der Konsumenten hat sich verändert, es gibt immer weniger Konfektionsware sprich Anzüge, dafür immer mehr Street Ware. Weltweit machte der Konzern 2,7 Milliarden Umsatz, hat 14000 Mitarbeiter, davon 5000 In Deutschland und 5000 in der Türkei. Je 25 % des Umsatzes gehen nach Europa und in den amerianischen Doppelkontinent, 50 % gehen in den asiatischen Raum. Beliefert werden Herrenausstatter, der eigene Retail Hugo Boss (5000 eigene Verkaufsstellen weltweit) und 130 outlets weltweit sowie E-Kommerz.
Absolut beeindruckend sind in Bonlanden das Zeitmanagement bzw. die Lieferzeiten. Kommt ein Auftrag rein, muss er meistens innerhalb eines Tages bearbeitet sein und die Lieferung rausgehen. Für Lieferungen zu outlets stehen tatsächlich zwei Tage zur Verfügung. Im Augenblick beherbergt das Hochlager einen Warenwert von 70 Millionen Euro und eine Reichweite von zwei Monaten.
Ein Jahr wurde getestet, bis die technische Logistik zur Verteilung der Ware auf den einzelnen Laufbändern sekundengenau passgenau eingestellt war. Das war die größte Herausforderung für den Einsatz des Hochlagers. Der richtige Warenkarton und der richtige Lieferkarton müssen bei der richtigen Stelle zur Kommissionierung zusammenlaufen, dann muss der Lieferkarton zum richtigen LKW.
Im Jahr gibt es 4 Kollektionen, zwei große, zwei kleine. In Bonlanden lagern 400 000 Kartons. Rund die Hälfte der eingelieferten Kartons kann wiederverwendet werden.
Die Mitarbeiter werden teilweise rotierend eingesetzt, spätestens nach zweieinhalb Stunden Arbeitszeit gibt es eine Pause. Die Firma achtet auf die Gesundheit ihrer MitarbeiterInnen. Die Arbeitsplätze sind ergonomisch eingerichtet, donnerstags kommt der Gesundheitstrainer in alle Abteilungen zum viertelstündigen Auflockerungstraining während der Arbeitszeit. Jeder kann für 3 Euro eine Massage vor oder nach der Arbeitszeit bekommen und es gibt einen Zuschuss zum Fitness-Studio. Muss jemand auf die Toilette, während das Band läuft, kommt ein „Toilettenspringer“ als Ersatz ans Band. In der Kantine wird frisch gekocht. Jeder erhält einmal im Jahr Ware im Wert von 600 Euro. Zusätzlich gibt es einen Zufallskarton für 20 Euro mit 25-30 Kleidungsstücken. Danach setzt dann ein munterer Austauschbaser unter der Belegschaft ein.

Die Freien Wähler Filderstadt bedanken sich für eine tolle, aufschlussreiche Firmenführungen mit vielen Infos am laufenden Band.


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