Mit Bedauern nimmt die Freie Wähler Fraktion Filderstadt die Absage an einen Schienen-Ringschluss von Neuhausen ins Neckartal im Verkehrsausschuss der Region Stuttgart zur Kenntnis. Die Begründung der Absage ist die Folge eines „Weiter so!“ Wirtschaftlichkeit ist das entscheidende Kriterium, nicht langfristiger Klima- oder Umweltschutz. Hohe Wirkung aber zu hohe Kosten, so die Analyse, die auf Grundlagen eines alten Denkens fußt: Ökonomie sticht Ökologie.

Deshalb scheint es auch keine Rolle zu spielen, wenn durch einen Neubau der B 27 riesige fruchtbare Ackerflächen versiegelt werden. Und ob bzw. wann der nun als große Alternative geplante Stuttgart-Kirchheim-Express kommen soll, steht in den Sternen. Klimaschutz scheint Zeit zu haben, Expressbusse – hoffentlich dann nachhaltig betriebene – sollen es so lange auf heute schon verstopften Straßen richten. Hinzu kommt das Gezerre um Gäubahntunnel oder Gäubahnstrecke mit oder ohne sinnvolle Umsteigemöglichkeiten am neuen Bahnknoten Flughafen.

Für die Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit einer Verlängerung der S-Bahn von Filderstadt nach Neuhausen fehlt eine ökologisch nachhaltige und schlüssige Gesamtkonzeption. Dies gehört dazu, wenn man sich, wie Vertreter der angeblichen Klimaschutzpartei im Verkehrsausschuss laut Pressemeldung meinten, „ehrlich machen“ will.

Die Freie Wähler Fraktion Filderstadt fordert schon lange eine schlüssige und nachhaltige Gesamtkonzeption für die Verkehrsprobleme auf den Fildern, eine der lärmverschmutztesten Regionen des Musterländles. Für einen alternativen Ringschluss hat die Freie Wähler Fraktion Filderstadt bereits Pläne einer Seilbahnlösung in die Diskussion eingebracht. Dass auch die Freien Wähler im Kreis Esslingen und der Region Stuttgart es als dringende Aufgabe sehen, „alle Möglichkeiten vertieft zu untersuchen“, ermutigt uns, diese Überlegungen weiter zu verfolgen. Die Freie Wähler Fraktion Filderstadt fordert seit längerem auch eine Verbesserung eines nachhaltigen Öffentlichen Personennahverkehrs in die Region Reutlingen/Tübingen, um die B 27 nachhaltig zu entlasten. Nachhaltigkeit und Klimaschutz sollte nicht nur in Wahlprogrammen stehen.

Wer es mit Klima- und Umweltschutz ernst meint, sollte auch mit Berechnungsgrundlagen brechen, bei denen eine fragwürdig einseitige Wirtschaftlichkeitsprüfung das Maß aller Dinge ist, die nun auch der Absage an den durchaus als wirksam festgestellten Ringschluss zugrunde liegt. Geld kann man nicht essen. Und die hohen Kredite, die wir der Umwelt in den letzten Jahrzehnten abverlangt haben, sind nicht mehr erweiterbar.

Sonst droht die Klimainsolvenz, deren erste Wirkungen schon jetzt – auch auf den Fildern – zu spüren sind, wenn wir uns wirklich und wirksam „ehrlich machen“ und nicht nur so tun, als ob.

Stefan Hermann,Vorsitzender Freie Wähler Fraktion Filderstadt